05.07.2013: 7. Etappe Ottweiler – Traben-Trabach

Auch in Ottweiler erwartete uns der übliche Morgenstress: Das heißt, man wurde viel zu früh von Übereifrigen geweckt, die meinten, schon um 6:30h ihre Taschen packen zu müssen. Anschließend stand man sich in einer langen Schlange die Beine in den Bauch, um sein Frühstück zu ergattern, selbst, wenn man keinen Hunger hatte, denn vor einer schweren Etappe sollte man unbedingt genügend Kalorien zu sich nehmen, um die ersten 4 Stunden zügig durchfahren zu können. Nach dem hastigen Frühstück galt es, eine freie, möglichst unverdreckte Toilette zu finden, in der zudem das Papier noch nicht ausgegangen sein durfte. Schließlich signalisierte ein schriller Pfiff, dass die Abfahrt des Feldes unmittelbar bevorstand und man sprintete – wieder einmal in letzter Sekunde - zum Fahrrad.

Der Weg nach Birkenfeld führte uns über ein ehemaliges Bahngleis stetig leicht bergauf. Etwa bei Kilometer 45 gab es noch eine Stärkung, um den Erbesskopf, die höchste Erhebung im Hunsrück bezwingen zu können. Die Anfahrt zum Erbesskopf ist lang, aber nur im letzten Teilstück wirklich steil, so dass fast das gesamte Feld den Aufstieg zur Wetterstation ohne Schiebehilfe meisterte. Oben genossen wir das Gipfelerlebnis. Als Nächstes fuhren wir über Morbach nach Gonzerath, eine Strecke, die zum Entsetzen der weniger trainierten Fahrer nicht ständig bergab führt, sondern zwei weitere erhebliche Steigungen aufweist. Bei strahlenden Sonnenschein und von jubelnden Menschen am Straßenrand begleitet, fuhren wir schließlich von Kautenbach nach Trarbach ein. Kurz vor dem Stadtkern gesellten sich einige Einheimische auf ihren Rädern als Eskorte zu uns, allen voran Herr Pönnighaus, der Mann der Stadtbürgermeisterin, auf seinem selbst gebauten Hochrad und in einem fantasievollen Gewand. Am Moselpavillon bestaunten die Gäste den herrlichen Blick auf die gegenüberliegende Villenpromenade während sie von einer Live-Band (zusammengestellt von Steven Lindner, GymTT) mit dem Toursong begrüßt wurden. Nach dem Abstellen der Räder wurden sie zunächst an einem Buffet vorbeigeführt, das mit Obst, Kuchen und Säften reich bestückt war. Der Empfang geriet ein wenig länger als die üblichen Empfänge. Die Stadt, Frau Pönnighaus, Vertreter aus der  Politik und der Schulleiter des Gymnasiums TT hießen uns willkommen, vier Schüler des Gymnasiums hielten eine Rede und ein Schüler der evangelischen Jugendhilfeeinrichtung Jugendhof in Wolf richtete einige Worte als Dank und Tour-Resumee an das Publikum. Es wurden Spendenschecks zugunsten des Ruandaprojektes der Tour überreicht (insgesamt über 6000.- €) und schließlich wurden die ehrenamtlichen Helfer aus dem  Tourtross auf die Bühne gebeten, wo ihnen die Federweißerfee, Frauke Ohrem, Weinpräsente als symbolisches Dankeschön für ihre Mühen überreichte. Danach wurde den ausgehungerten Radlern Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise gereicht. Es gab Salat, Reis mit einer Pilzsoße und Kaiserschmarren. Gegessen wurde bei Live-Musik an schön geschmückten Biertischgarnituren. Die Stimmung wurde nach einigen Rockklassikern immer besser und schließlich tanzten die Tourfahrer ausgelassen auf dem Platz. Erst nach mehreren Zugaben der Band gaben sich die Jugendlichen zufrieden und setzten sich auf ihre Räder, um zur Turnhalle der Realschule zu fahren, wo sie die Nacht verbringen sollten. Für Interessierte wurde noch eine Reportage über die Ruanda-Delegationssreise des letzten Jahres gezeigt. Als Betthupferl gab es schließlich noch ein Malzbier für die Schüler und ein Glas Wein mit Speckkuchen für die Betreuer. Nachtruhe war erst um 24 Uhr. Von allen Seiten hörte man, dass dies der schönste Empfang der Fairplaytour gewesen sei.

 

Armin Gottke